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Fe, Stahlpreis 2020. Wismar, Hasselt, Lappeenranta – drei Länder, drei Städte, drei Schulen

5. November 2020 bis 14. Februar 2021

In diesen drei Städten Deutschlands, Belgiens und Finnlands haben sich in den letzten Jahren drei innovative Ausbildungsstätten für Schmuckdesign entwickelt. Mit der Ausstellung zeigt das Schmuckmuseum neue Aspekte internationalen zeitgenössischen Schmucks - der an Orten entsteht, die nicht im Brennpunkt der Schmuckszene stehen, aber dadurch Nährboden für erfrischende und neue Ansätze in der Schmuckkunst sind.

Einfach brillant - Künstler-Juweliere der 1960er und 1970er Jahre | In Kooperation mit dem Cincinnati Art Museum

27. März bis 27. Juni 2021

Der Schmuck der 1960er und 70er Jahre war revolutionär. Während in den 50ern Zurückhaltung vorherrschte, so wurden die 1960er Jahre zu einer Ära der jugendlichen Rebellion und des radikalen kulturellen Wandels - und ein neuer Schmuckstil war Teil dieses Zeitgeistes. Rock 'n' Roll, der Vietnamkrieg, die Kennedy-Attentate, die Bürgerrechts- und Frauenbewegung, der weit verbreitete Gebrauch halluzinogener Drogen und das Konzept der freien Liebe werden alle mit diesen turbulenten Jahrzehnten in Verbindung gebracht. Von Plastikreifen-Ohrringen des Weltraumzeitalters bis zu Perlenketten der Hippies drückten Schmuckstücke Individualität, Nonkonformität und die ästhetischen, politischen und intellektuellen Werte der Person aus, die sie trug.

Abgesehen von diesen Ausdrucksformen in preiswertem, für alle zugänglichem Modeschmuck, nahmen die feinen Schmuckstücke in gleicher Weise die Stimmung der Zeit auf. Junge Schmuckdesigner wollten nicht mehr einfach nüchterne Kugeln kreieren, die die aktuelle Mode unterstützen. Sie betrachteten sich in erster Linie als Künstler, in zweiter Linie als Juweliere und näherten sich ihrem Werk wie jeder Maler oder Bildhauer. Sie arbeiteten in Gold, konzentrierten sich auf organische Formen, bevorzugten abstrakte Formen und Konzepte, die mit den Trends des Weltraumzeitalters zusammenhingen. Sie verwendeten unkonventionelle Materialien und waren unübertroffen im Umgang mit deren Textur und im Maßstab, den sie in ihre Entwürfe einbrachten.

Diese Ausstellung, die aus einer der wichtigsten Privatsammlungen der Welt stammt und von der in Cincinnati ansässigen Kimberly Klosterman zusammengestellt wurde, zeigt die Arbeiten einer internationalen Gruppe unabhängiger Juweliere sowie bedeutender Juweliershäuser. Die Schmuckdesigner und -hersteller der 1960er und ‘70er Jahre waren in ihrer Vision kompromisslos. Sie brachten den Schmuck auf ein neues künstlerisches Niveau, das mit den radikalen Veränderungen der Gesellschaft in diesen Jahrzehnten einherging.