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Überprüfung zeigt: Derivate- Risiko der Stadt beträgt bis zu 77,5 Millionen Euro im schlimmsten Fall

Bisher galt sogenannte Barwertbetrachtung

Eine von Oberbürgermeister Gert Hager veranlasste Untersuchung der Vorgänge um die Derivate der „Deutschen Bank“ und „J.P. Morgan“ und Gespräche mit den Banken zeigen erste, genauere Erkenntnisse. Danach bestünde im schlimmsten Fall ein Risiko für die Stadt Pforzheim aus den Derivat- Produkten in Höhe von 77,5 Millionen Euro. Bisher war man von einem sogenannten „Barwert“ von rund 60 Millionen Euro ausgegangen. Löst man sich von dieser Barwert- Betrachtung und zieht den Zeitraum der Jahre 2014 bis 2017 heran, an dem die Zahlungen fällig würden, so ergibt sich das tatsächliche Risiko in Höhe von 77,5 Millionen Euro. Anders formuliert: der Barwert ist der Wert von 77,5 Millionen Euro in der Zukunft (2014 bis 2017) abgezinst auf das Jahr 2009. Hierbei handelt es sich um eine Maximalbetrachtung; ob überhaupt und in welcher Höhe Zahlungen tatsächlich fällig werden, ist noch völlig offen.

Ursprünglich hatte die Stadt Pforzheim seit dem Jahr 2004 versucht, über Produkte der „Deutschen Bank“ ihre hohen Kreditzinslasten zu optimieren. Die die Stadt Pforzheim rechtsberatende Anwaltskanzlei Rössner spricht von Hunderten von Kommunen und mittelständischen Unternehmen, die ähnliche Produkte in ihren Tresoren haben.

Oberbürgermeister Gert Hager, der in den letzten Tagen eine Verlängerung der Verjährungsfristen bei der „Deutschen Bank“ und beim Bankhaus „J.P. Morgan“ erreicht hat, zeigte sich schockiert über diese neue Nachricht: „Das zeigt wie wichtig es war und ist, die Einzelheiten intensiv aufarbeiten zu lassen. In den nächsten Wochen erwarte ich den Endbericht der Gemeindeprüfanstalt“. Unabhängig von der möglichen Höhe des Schadens habe die Stadt durch die Verhandlungserfolge Zeit gewonnen, um die richtigen Entscheidungen  sorgfältig vorzubereiten.