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Grußwort von Frau Christel Augenstein, Oberbürgermeisterin der Stadt Pforzheim und Manfred Müller, Vorsitzender des Gesamtpersonalrats zur verwaltungsinternen Amtseinführung von Herrn Ersten Bürgermeister Roger Heidt

Heute, 1. Oktober, um 11 Uhr im Neuen Rathaus

Sehr geehrter Herr Heidt,

 

ich möchte Sie heute im Rahmen dieser verwaltungsinternen Amtseinführung sehr herzlich als Ersten Bürgermeister und neuen Leiter des Dezernats IV bei der Stadt Pforzheim willkommen heißen.

 

Meiner Begrüßung schließen sich die gemeinsamen Bürgermeisterkollegen Alexander Uhlig und Gert Hager an, ebenso die Amtsleiter und Amtsleiterinnen,

die Leiter der Eigenbetriebe, inklusive der Kliniken und der Stadtwerke Pforzheim sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dezernats IV.

 

(Ich begrüße an dieser Stelle die Vertreter der örtlichen Presse, die über die heutige verwaltungsinterne Amtseinführung berichten werden.)

 

Eine offizielle Amtseinführung, folgt, wie Sie wissen, im Anschluss an die Sitzung des Gemeinderats am 07. Oktober 2008.

 

 

 

Lieber Herr Heidt,

 

wir freuen uns sehr, dass wir mit Ihnen einen Nachfolger für das Dezernat IV gefunden haben, der in Pforzheim bereits verwurzelt ist.

Sie und Ihre Familie leben hier in der Goldstadt, die Eigenheiten dieser Stadt mit ihren Bürgern sind Ihnen daher wohlbekannt.

Weder der Pforzheimer Dialekt noch der „Pforzheimer Bruddler“ sind neu für Sie, so dass Sie für Ihre künftige Arbeit hier im Rathaus bereits gut gewappnet sind.

 

Dabei unterscheidet sich Ihr neuer Arbeitsplatz doch etwas von Ihrer bisherigen Tätigkeit als Direktor des Tourismus-Verbands Baden-Württemberg und Vorsitzenden der Geschäftsführung der Tourismus GmbH.

 

Zum einen rein örtlich betrachtet.

Für den Weg von Ihrem Wohnort in die Geschäftsstelle der Tourismus-Marketing GmbH Baden-Württemberg in der Esslinger Straße in Stuttgart haben Sie laut Routenplaner täglich rund 42 Minuten Fahrtzeit benötigt – im günstigsten Fall.

 

Bei Ihrem neuen Arbeitsplatz ist dies nun etwas ganz anderes, der Routenplaner berechnet von Ihrem Zuhause bis zum Neuen Rathaus eine Fahrtzeit von nur 6 Minuten.

Und auch wenn die Verkehrssituation in Pforzheim jedes Jahr aufs Neue weit oben im Ranking der „größten Ärgernisse“ steht, so dürfte sich Ihr Arbeitsweg selbst bei schlechtesten Verkehrsbedingungen auf höchstens eine Viertelstunde belaufen.

Und – wenn alle Stricke reißen, könnten Sie sogar noch laufen.

Oder mit dem Bus fahren, ein Bereich, der nun ja auch in Ihr Aufgabenfeld fällt und sicherlich viel Aufmerksamkeit von Ihnen verlangen wird.

 

Unterschiede gibt es auch inhaltlicher Art.

In Ihrem bisherigen Tätigkeitsfeld beschäftigten Sie sich mit Dingen wie dem Genießer- und Kulturland Baden-Württemberg, dem Schillerjahr 2009 und Familienferien im „Ländle“, Fahrrad-, Golf- und Freizeitkarten für unser Bundesland.

In Ihrem neuen Aufgabenfeld dürfen Sie sich freuen auf Fragen des Energiemarktes, den Belangen des Klinikums, der Entwicklung der Stadtbusse und Bäder und vielen weiteren kommunalpolitischen Themen aus Ihrem Dezernat.

 

Bei allen Überlegungen und Entscheidungen stehen Ihnen aber hervorragende Mitarbeiter zur Seite, die Ihnen die Einarbeitung in diese teilweise sehr komplexen Themen sicher leicht machen werden.

Das sage ich nicht nur so daher, denn ich durfte bereits zweimal das verwaiste Dezernat betreuen und weiß die gute Zuarbeit zu schätzen.

 

Auch bei Ihren Mitarbeitern gibt es Unterschiede.

Standen Ihnen beim Tourismus-Verband eine Reihe von Marketing-Fachleuten zur Seite, so werden Sie es als Bürgermeister des Dezernates IV mit Verwaltungs-Fachleuten zu tun bekommen.

 

Und zwar mit sehr vielen, sind dem Dezernat IV doch insgesamt circa 320 Personalstellen plus die rund 1.600 Mitarbeiter aus den Beteiligungen an den Stadtwerken Pforzheim, dem SVP und dem Klinikum zugeordnet.

 

Wie jedes große Unternehmen hat auch die öffentliche Verwaltung ihre ganz bestimmten Regeln, hier noch verschärft durch die zwingende Beachtung einer Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen und unter der ständigen Beobachtung durch die Öffentlichkeit.

 

Seien Sie auch nicht überrascht, wenn die eine oder andere Sache, die Sie anstoßen bis zu ihrer Umsetzung etwas länger dauert, das hat dann nicht nur etwas mit Gründlichkeit zu tun, sondern auch mit festgelegten Entscheidungswegen – außerdem war Demokratie noch nie einfach.

 

Doch wie gesagt – Ihre Mitarbeiter sind wirkliche Kenner der öffentlichen Verwaltung und Experten in ihren Bereichen, auf die Sie sich jederzeit verlassen können.

Sie dürfen sich also voll bester Erwartungen in das „Abenteuer öffentliche Verwaltung“ stürzen, ich kann Ihnen versichern, dies ist sowohl spannend als auch immer einmal wieder überraschend und mitunter auch erfrischend.

 

 

Sehr geehrter Herr Heidt,

 

am 22. Juli 2008 wurden Sie mit großer Mehrheit durch den Gemeinderat Pforzheim als Erster Bürgermeister gewählt.

 

Zwischen Ihrer Wahl und Ihrem heutigen Amtsantritt war in Ihrem alten Tätigkeitsfeld noch viel abzuarbeiten, so viel, dass diesem Arbeitsvolumen wie ich hörte auch Teile Ihres Sommerurlaubes zum Opfer fielen.

 

Ich fürchte, ich kann Ihnen hier im Rathaus nun keine ruhigere Zeit versprechen.

Denn es erwarten Sie sofort eine Reihe von Ausschuss- und Aufsichtsratsitzungen. Daneben stehen viele wichtige Sachentscheidungen aus den Bereichen Ihres Dezernates an, verwaltungsinterne Beratungen und nicht zuletzt auch einige repräsentative Verpflichtungen.

Ich jedenfalls bin mir sehr sicher, dass es Ihnen hier nicht langweilig werden wird.

 

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und darauf, Sie als Person, Kollege und Vorgesetzten kennen zu lernen.

 

Selbstverständlich begleiten Sie für Ihren Arbeitsbeginn viele gute Wünsche von uns allen.

Ein häufiger guter Wunsch, der Sie in den letzten Tagen sicherlich zahlreich erreicht hat, ist der des Erfolges.

Nun, Erfolg kann man sehr unterschiedlich definieren.

 

Elias Canetti, ein Schriftsteller spanisch-jüdischer Herkunft , definierte Erfolg als „Der Raum, den man in der Zeitung einnimmt“.

Ich gehe davon aus, dass diese Definition ironisch gemeint war.

 

Und ein unbekannter Redner definierte Erfolg als „Die Kunst, Fehler zu machen, die keiner merkt.“

Nun, auch dies ist nicht die Art von Erfolg, die wir Ihnen für Ihre Tätigkeit hier im Rathaus wünschen.

 

Vielmehr halte ich es mit dem deutschen Schauspieler Gustav Knuth, der sagte, Erfolg sei „Eine Chance, verpackt in harte Arbeit.“

 

Und schlussendlich stimmt auf jeden Fall, vor allem hier bei uns in der öffentlichen Verwaltung, die Aussage des deutschen Fabrikanten Otto Happel: Erfolg sei ganz einfach „Eine Teamsache.“

 

Ich wünsche Ihnen, lieber Herr Erster Bürgermeister Heidt daher eine gute Zusammenarbeit mit Ihrem Team, viel Freude an Ihrem Amt und eine gute Gesundheit, dann kann – so denke ich - nicht mehr viel schief gehen.

 

Und um Sie für Ihre, nicht immer ganz gefahrlose Tätigkeit, adäquat auszurüsten, haben wir für den Feuerwehrdezernenten Roger Heidt im Jubiläumsjahr unserer Wehr ein historisch angehauchtes Geschenk.

 

Damit sind Sie sind gut sichtbar und bestens gegen „heiße Zeiten“ gewappnet.

 

Nachdem Sie vor wenigen Tagen bereits Ihren offiziellen Einsatzhelm aus 2008 von der Feuerwehr erhalten haben, überreiche ich Ihnen heute in Anlehnung an das in diesem Jahr gefeierte 150jährige Bestehen unserer Wehr einen Helm, der an die frühen Jahre der Pforzheimer Feuerwehr erinnern soll.

Bitte achten Sie darauf, dass Sie je nach Einsatzlage stets den richtigen Helm auswählen!

 

(Übergabe des Feuerwehhelmes)

Mit den besten Wünschen für einen guten Start.

 

 

Rede von Manfred Müller, Gesamtpersonalrats-Vorsitzender der Stadtverwaltung Pforzheim zur Amtseinführung Erster Bürgermeister Roger Heidt

 

 

 

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

verehrte Anwesende,

Sehr geehrter Herr Erster Bürgermeister Heidt,

 

der Gemeinderat hat Sie in seiner Sitzung vom  22.07.2008  zum neuen Ersten Beigeordneten der Stadt Pforzheim und  Bürgermeister des Dezernats IV gewählt. Als Vorsitzender des Gesamtpersonalrats der Stadt Pforzheim wünsche ich  Ihnen heute zu Ihrer internen Amtseinführung  und selbstverständlich auch für die Zukunft alles erdenklich Gute. Ganz besonders wünsche ich Ihnen, dass Sie mit Interesse, Engagement, aber auch mit Spaß und Freude Ihr neues wichtiges kommunalpolitisches Amt ausfüllen werden und dass Ihnen der Einstieg in diesen Arbeitsbereich nicht sonderlich schwer fallen wird.

 

Ich biete Ihnen eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Personalvertretungen an und gehe davon aus, dass Sie bald persönliche Kontakte mit den für Sie zuständigen Personalratsbereichen haben werden. Konkret handelt es sich um:

·                    den Personalrat der Berufsfeuerwehr

·                    den Personalrat der Verwaltung

·                    den Personalrat des Eigenbetriebes Goldstadtbäder

·                    und den Personalrat des Eigenbetriebes Stadtentwässerung Pforzheim (ESP).

 

Ob Sie bereits praktische Erfahrungen mit dem Landespersonalvertretungsgesetz (LPVG) in Ihren bisherigen Arbeitsbereichen sammeln konnten entzieht sich meiner Kenntnis. Es ist aber zu vermuten, dass sie in der Landesverwaltung die dortige Personalvertretung kennenlernen konnten. Ich kann Ihnen bei der Einarbeitung in diesen spannenden Themenbereich in Theorie und Praxis auf jeden Fall die Unterstützung der Personalrätinnen und Personalräte zusagen. 

 

Das Dezernat IV sorgte in der Vergangenheit durch seine Ämter und Eigenbetriebe für vielerlei Diskussionen um Ausgründung und Privatisierung. Gerade in der Zeit der knappen Kassen verschärft sich der Blick auf mögliche Einnahmequellen oder finanzielle Entlastungen. Aber viel zum Ausgründen und privatisieren ist in Ihrem Bereich  nicht mehr vorhanden und es zeigt sich in anderen Kommunen, dass in der reinen Privatisierung auch nicht das Allheilmittel zu finden ist.

 

An dieser Stelle möchte ich auch meine Skepsis gegenüber jeglicher Privatisierungseuphorie zum Ausdruck bringen. Es muss schon genau geprüft werden, ob eine Ausgründung die beste aller Lösungen darstellt. Ich bin der Meinung, dass nicht jede Veränderung in Richtung Privatisierung die wirtschaftlichere Lösung ist und auch nicht unbedingt als Königsweg gegangen werden darf.

 

Mir ist es wichtig, dass bei allen Veränderungsüberlegungen und –vorhaben die örtlichen Personalvertretungen eingebunden sind. Es ist auch für die Kolleginnen und Kollegen ein wichtiges Signal, wenn sie feststellen können, dass bei möglichen Organisationsveränderungen ihre gewählte Interessensvertretung beteiligt ist und dass diese auch über alle wichtigen Informationen verfügt.

 

Sehr geehrter Herr Heidt,

 

der Schlüssel zum Erfolg unserer Arbeit wird beim Personal liegen, da dieses die wichtigste Ressource darstellt. Ich meine damit das vorhandene Personal und nicht das durch so genannte Synergieeffekte „wegrationalisierte“ oder gar „betriebsbedingt freigesetzte“ Personal. Und wenn Sie dies ebenfalls so sehen, scheint eine gute Zusammenarbeit eine echte Chance zu haben.

 

Die Stadt Pforzheim ist der  größte Arbeitgeber der Region. Sie hat eine hohe Verantwortung bei der Bereitstellung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Jede nicht mehr besetzte Stelle fehlt dem Pforzheimer Arbeitsmarkt. Seit Beginn der neunziger Jahre (1992) wird in Pforzheim eine strenge Haushaltskonsolidierung praktiziert. Als eine Einsparmaßnahme wurde das jährliche Streichen von Stellen aus dem Stellenplan verfügt. Bisher wurden hunderte von Stellen bei uns abgebaut und ich bin davon überzeugt, dass das vorhandene Personal bereits jetzt schon einer kritischen Belastung ausgesetzt ist. Gesundheitliche Beeinträchtigungen und Unzufriedenheit muss in einigen Bereichen beobachtet werden.

 

Wer heute im Pforzheimer Kurier liest, dass sich in den letzten 30 Jahren die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten von 59 000 auf 48 000 Menschen verringert hat, muss die Schaffung und den Erhalt von Arbeitsplätzen in Pforzheim auf der täglichen Agenda stehen haben.

 

Sie können in Ihrem neuen Zuständigkeitsbereich sicherlich auch dafür sorgen, dass dieser Negativentwicklung entgegengewirkt wird.

 

Als gewählte Interessensvertretungen der Kolleginnen und Kollegen der Stadt Pforzheim sind wir froh darüber, dass mit Ihrem Amtsantritt die Wiederbesetzung dieser wichtigen Stelle vollzogen wird.

 

Für Ihr sicherlich nicht einfaches aber dennoch interessantes neues Amt wünsche ich Ihnen eine glückliche Hand, Ausdauer und Erfolg - für die Belange der Stadt Pforzheim, für die Beschäftigten und für Sie persönlich.

 

Noch eine letzt Bemerkung:

 

als gewerkschaftlich organisierter Personalrat erlaube ich mir auch, Sie darauf hinzuweisen, dass es keinem Dezernenten verwehrt ist, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Sollten Sie die Notwendigkeit eines Eintritts in die Gewerkschaft ver.di – vereinte Dienstleistungsgewerkschaft - verspüren, stehe ich Ihnen sicherlich gerne hilfreich zur Verfügung. Ich kann Ihnen versichern, dass sich innerhalb dieser Organisation bereits einige Ihrer Kolleginnen und Kollegen wohl aufgehoben fühlen.

 

Zum Schluss wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie, dass trotz dem neuen Aufgaben- und Verantwortungsbereich noch genügend Zeit für eigene und gemeinsame Freizeitaktivitäten, für Unternehmungen und Hobbys übrig bleibt.

Ich freue mich auf eine gute, vertrauensvolle, kooperative und im Interesse der Stadt Pforzheim und ihrer Beschäftigten orientierten Zusammenarbeit.

 

- Es gilt das gesprochene Wort -